Im Jahre 1991 wurde von Wissenschaftlerinnen das „Heidelberger Institut für Interdisziplinäre Frauenforschung“ gegründet. Im Folgenden stellt sich dieses Institut vor.
Wir sind Wissenschaftlerinnen aus den Fächern Soziologie, Psychologie, Geographie, Politikwissenschaft und Kunstgeschichte, die sich schon seit längerer Zeit in speziellen Bereichen der Frauen- bzw. Genderforschung engagiert und gemeinsam d.h. auch interdisziplinär, basis- und anwendungsbezogene Forschungsvorhaben realisiert haben. Um dieser gemeinsamen Arbeit einen institutionellen Rahmen zu geben und vor allem die Interdisziplinarität weiter auszubauen, haben wir uns zu diesem Institut formiert.
Frauen- und Geschlechterforschung betreiben, die Kommunikation über Disziplinen- und Ländergrenzen hinaus fördern und beleben und konkrete Empfehlungen und Vorschläge zur Verbesserung der Situation der Frau in der Gesellschaft, in öffentlichen und privaten Institutionen erarbeiten. Interdisziplinäre und praxisorientierte Forschung können wir entweder durch eigene Projekte und Forschungsvorhaben realisieren, aber auch durch die Diskussion mit Frauen, die in diesen Bereichen tätig sind. Bisherige Erfahrungen, sowohl inhaltlicher als auch methodischer Art, möchten wir gerne mit anderen Frauen austauschen.
Neben der „Gründungsstudie“ unseres Institutes, einer umfassenden, interdisziplinär angelegten Vorstudie zum Thema „Die Situation der Frau in der Stadt Heidelberg“, wurden folgende Arbeiten vollendet:
„Angst-Räume von Frauen in der Stadt Heidelberg“ 1993 (Dr. Caroline Kramer, Geographie und Dr. Anina Mischau, Soziologie) als Auftragsstudie für das Amt für Frauenfragen der Stadt Heidelberg und mehrere Aufsätze in Fachzeitschriften sowie Vorträge zu diesem Thema (s.u.).
„Psychologische Aspekte der Wohnsituation älterer Frauen in der Stadt“ 1994 (Dr. Barbara Keller, Psychologie) gefördert von der Kommission Frauen im Ministerium für Familie, Frauen, Weiterbildung und Kunst, Baden-Württemberg
„Eine Expertise zum öffentlichen Nahverkehr und zur Sicherheit an Haltestellen und Bahnhöfen im Kreis Ludwigshafen“ 1996 (Dr. Caroline Kramer, Geographie und Dr. Anina Mischau, Soziologie) als Auftragsstudie für das Amt für Gleichstellung des Kreises Ludwigshafen (s.u.)
„Soziale Lage und Lebensführung von Frauen im ländlichen Raum - eine regional vergleichende Studie im Rhein-Neckar-Kreis und im Rems-Murr-Kreis“ 1997 (Dr. Birgit Blättel-Mink, Soziologie, Dr. Caroline Kramer, Geographie und Dr. Anina Mischau, Soziologie) als Auftragsstudie für das Ministerium für Familie, Frauen, Weiterbildung und Kunst Baden-Württemberg und mehrere Aufsätze in Fachzeitschriften sowie Vorträge zu diesem Thema (s.u.).
„Frauenbelange in der Stadt- und Regionalplanung“ – zwei Expertisen und Umfragen bei Planerinnen und Planern sowie bei Gleichstellungsbeauftragten in der Rheinpfalz (1998) und in Rheinhessen-Nahe (2000) im Auftrag des Ministeriums für Kultur, Jugend, Familie und Frauen Rheinland-Pfalz (Dr. Caroline Kramer, Geographie und Dr. Anina Mischau, Soziologie). Daran anschließend: Mitgestaltung von Workshops und Konferenzen, Mitarbeit in der Arbeitsgruppe „FrauenMitPlan“
Ausrichtung eines Symposiums zum Thema „Frauen in Wissenschaft und Forschung – Strategien der Förderung zwischen Institution und Autonomie” im Juli 1999 zusammen mit der Deutschen Stiftung Frauen- und Geschlechterforschung und in Kooperation mit der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg und dem Lehrstuhl für Technik- und Umweltsoziologie der Universität Stuttgart (Dr. Anina Mischau, Dr. Birgit Blättel-Mink, Dr. Caroline Kramer)
Ausrichtung eines Symposiums zum Thema „Frauen machen Karriere in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Chancen nutzen – Barrieren überwinden“. Juli 2001, Universität Heidelberg. In Kooperation mit der Deutschen Stiftung für Frauen- und Geschlechterforschung (www.stiftung-frauenforschung.de); mit Unterstützung der Stadt Heidelberg (Dr. Barbara Keller, Dr. Anina Mischau)
Auftragsforschung für das IFF (Institut zur Förderung von Führungskompetenz), „Der Einfluss von Geschlecht und Alter auf das Spielverhalten und die Kundenzufriedenheit in der Spielbank Wiesbaden“ und „Geschlechtsspezifische Unterschiede hinsichtlich der Bindung, der Leistungsbewertung und den Veränderungswünschen der Mitglieder in acht Kreisverwaltungen der Gewerkschaft ÖTV“ (Dr. Anina Mischau, Dr. Caroline Kramer, Bettina Langfeldt)
Ausrichtung eines Symposiums zum Thema „FREI-Räume und FREI-Zeiten: Raum-Nutzung und Zeit-Verwendung im Geschlechterverhältnis. Juli 2002, Universität Heidelberg. In Kooperation mit dem Geographischen Institut der Universität Heidelberg. Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (Dr. Caroline Kramer)
Geschlecht und Technik
Raumplanung von und für Frauen
Frauen in Wissenschaft und Hochschule - Ein internationaler Vergleich
Gender und Professionalisierung
Fremd- und Selbstwahrnehmung von Frauen in Naturwissenschaft und Technik
Raumnutzung und Zeitverwendung im Geschlechterverhältnis (Symposium 2002)
Viele Frauen die, ähnlich wie wir, Arbeit vernetzen, Erfahrungen austauschen und aus der Vielfalt schöpfen wollen und Lust haben, sich an unserem Institut aktiv zu beteiligen oder es zu unterstützen.